Erfurt, Domberg, Gussgrube
Titel:
Erfurt, Domberg, Gussgrube
Fundort:
Erfurt
Landkreis:
Erfurt
Koordinaten:
11.0228, 50.97574 (ö.L/n.B, WGS84, Dezimalgrad)
Datierung(en):
Klassifikation:
Literatur:
Ostritz, Sven
:
Stadt Erfurt,
Archäologischer Wanderführer Thüringen Heft 6,
2005,
Stadt Erfurt. (Seite: 17-21)
GVK
Enthaltene Objekte (4):
Titel:
Severigarten, Bonifatiusturm, ehem. Paulskloster_Kloster
Bereitstellende Institution:
Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens
Datierung(en):
Mittelalter und Neuzeit
Notiz:
1960 bis 1962 führte man im Severigarten Ausgrabungen durch. Ziel war die Untersuchung des urkundlich überlieferten Nonnenklosters St. Paul. 836 wurden die Reliquien des heiligen Severus, seiner Gemahlin Vincentia und seiner Tochter Innocentia in das Kloster überführt. Es brannte 1079 oder 1080 ab und wurde anschließend neu aufgebaut. Bei den Grabungen wurden in 3,5 m Tiefe Reste von Gebäuden freigelegt, die im 10. Jahrhundert errichtet worden waren. Der urkundlich überlieferte Brand ließ sich archäologisch belegen.
Titel:
Severigarten, Bonifatiusturm, ehem. Paulskloster; Gussgrube
Bereitstellende Institution:
Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens
Datierung(en):
Mittelalter und Neuzeit
Notiz:
Zwischen Dom und Severikirche wurde 1993 eine Glocken-Gussgrube aus dem 15. Jahrhundert freigelegt. Nach den Spuren an der Wanne wurde sie für zwei Gussvorgänge genutzt. Die Analyse der Metallreste konnte jedoch nicht nachweisen, dass es sich um die Gussgrube für die Gloriosa handelte. Die Grube wurde nach dem Abschluss der Ausgrabung wieder verfüllt und ist heute nicht mehr zu sehen.
Titel:
Dom St. Marien
Bereitstellende Institution:
Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens
Datierung(en):
Mittelalter und Neuzeit
Notiz:
Vermutlich errichtete bereits Bonifatius im Jahr 725 ein erstes Gotteshaus an der Stelle des heutigen Domes. Im dessen Westteil wurden 1992 bei den Gründungsarbeiten für die neue Orgel die Fundamente von zwei älteren Kirchen freigelegt, eine kleine Erweiterung des Grabungsschnittes erfolgte 2002. Der jüngere Bau wies einen geraden Abschluss im Westen auf. Er zeigte in Quadertechnik errichtete Mauern, die mit Fugenstrichritzung verziert waren und im Wechsel damit „opus spicatum“ – fischgrätartig versetzte Steine. Beides sind typische Mauertechniken der Romantik. Der ältere Bau hatte eine Apsis im Westen in derselben Mauertechnik. Aufgrund der unterhalb des Fußbodens des Apsisbaus geborgenen Keramik können beide in das 12. Jahrhundert datiert werden. Es müssen also kurz hintereinander zwei Kirchenbauten errichtet worden sein. Mit der Nachuntersuchung 2002 konnte außerdem nachgewiesen werden, dass beim Errichten der älteren Kirche bereits Gräber zerstört wurden. Es ist daher ein weiteres Gebäude anzunehmen, über dessen Aussehen wir noch keine Informationen haben. Wahrscheinlich hat es sich um einen kleineren Bau gehandelt, dessen Westabschluss sich östlich der Grabungsfläche befand. Die Fundamente sind gesichert und abgedeckt. Der Zugang ist nur in der „Denkmalwoche“ im September möglich.
Titel:
Severigarten, Bonifatiusturm, ehem. Paulskloster_Burg
Bereitstellende Institution:
Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens
Datierung(en):
Mittelalter und Neuzeit
Notiz:
Der Bonifatiusturm ist der einzige sichtbare bauliche Rest der erzbischöflichen Burg des 12./ 13. Jahrhunderts. 1960/61 fanden in seinem Inneren archäologische Untersuchungen statt. Dabei wurde ein älterer Unterbau des Turms freigelegt. Dieser bestand aus Sandstein, der neuere aus Kalkstein. Aus einer späteren Nutzung des Turmuntergeschosses als Abfallgrube stammt eine große Anzahl kompletter Gefäße, die die Auffüllung in das 12./13. Jahrhundert datieren. Beim Neubau des Gemeindehauses der Severigemeinde im Jahr 1993 legte man Fundamente zugehöriger Gebäude frei, die sich im Norden an den Turm anschlossen. Dabei wurde die ursprünglich steilere Hangsituation in Richtung des heutigen Domplatzes deutlich.
Beschreibung
An der Stelle des heutigen Doms wird sicher zu Recht der Standort der ältesten Erfurter Kirche angenommen. Vermutlich errichtete bereits Bonifatius im Jahr 725 ein erstes Gotteshaus. Die ältesten heute sichtbaren Teile des Kirchenschiffs und der Türme stammen aus der Zeit kurz vor und um 1200.
Der Bonifatiusturm ist der einzige sichtbare bauliche Rest der erzbischöflichen Burg des 12./ 13. Jahrhunderts.
Im Severigarten Ausgrabungen gab es zudem das urkundlich überlieferte Nonnenkloster St. Paul. 836 wurden die Reliquien des heiligen Severus, seiner Gemahlin Vincentia und seiner Tochter Innocentia dorthin überführt. Unter diesen mittelalterlichen Bauresten lag eine spätbronzezeitliche Siedlung.
Zwischen Dom und Severikirche wurde 1993 eine Glocken-Gussgrube aus dem 15. Jahrhundert freigelegt. Nach den Spuren an der Wanne wurde sie für zwei Gussvorgänge genutzt. Sie ist heute nicht mehr zu sehen. Weitere Standorte von Glockengießern befanden sich nördlich der Severikirche. Um lange Transportwege zu vermeiden, wurden Kirchenglocken in unmittelbarer Nähe der Kirchen hergestellt.
Der Bonifatiusturm ist der einzige sichtbare bauliche Rest der erzbischöflichen Burg des 12./ 13. Jahrhunderts.
Im Severigarten Ausgrabungen gab es zudem das urkundlich überlieferte Nonnenkloster St. Paul. 836 wurden die Reliquien des heiligen Severus, seiner Gemahlin Vincentia und seiner Tochter Innocentia dorthin überführt. Unter diesen mittelalterlichen Bauresten lag eine spätbronzezeitliche Siedlung.
Zwischen Dom und Severikirche wurde 1993 eine Glocken-Gussgrube aus dem 15. Jahrhundert freigelegt. Nach den Spuren an der Wanne wurde sie für zwei Gussvorgänge genutzt. Sie ist heute nicht mehr zu sehen. Weitere Standorte von Glockengießern befanden sich nördlich der Severikirche. Um lange Transportwege zu vermeiden, wurden Kirchenglocken in unmittelbarer Nähe der Kirchen hergestellt.
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In Portal übernommen am:
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