Erfurt, Petersberg, Plateau mit Peterskloster
Titel:
Erfurt, Petersberg, Plateau mit Peterskloster
Fundort:
Erfurt
Landkreis:
Erfurt
Koordinaten:
11.01984, 50.978 (ö.L/n.B, WGS84, Dezimalgrad)
Datierung(en):
Klassifikation:
Literatur:
Ostritz, Sven
:
Stadt Erfurt,
Archäologischer Wanderführer Thüringen Heft 6,
2005,
Stadt Erfurt. (Seite: 10-16)
GVK
Enthaltene Objekte (5):
Titel:
Plateau mit Peterskloster
Bereitstellende Institution:
Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens
Datierung(en):
Mittelalter und Neuzeit
Notiz:
Die Klostergebäude, die sich nördlich der Peterskirche befanden, fielen dem Kasernenbau im 19. Jahrhundert zum Opfer. In Vorbereitung der geplanten Neugestaltung des Petersbergplateaus fanden wiederholt archäologische Voruntersuchungen statt, bei denen Häuser und Reste dieses Klosters freigelegt wurden. Sie orientierten sich nicht an der Kirche, sondern lagen schräg dazu. Die Mauerzüge wurden nach der Dokumentation wieder zugeschüttet, sollen aber nach der Neugestaltung des Plateaus im Bodenbelag gezeigt werden.
Titel:
Leonhardskirche
Bereitstellende Institution:
Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens
Datierung(en):
Mittelalter und Neuzeit
Notiz:
Die Leonhardskirche, die zum Peterskloster gehörte, wurde 1185 zum ersten Mal erwähnt. Der ursprünglich romanische Bau wurde in gotischer Zeit vor allem an den Fenstern umgebaut. In der Festungszeit wurde das Gebäude als Zeughaus genutzt und dafür erneut verändert. Die Kirche fiel einem Bombenangriff im 2. Weltkrieg zum Opfer. Nach ihrer Freilegung Anfang der 1990er Jahre wurden die Mauerzüge ergänzt.
Titel:
Hoher Turm oder Glockenturm
Bereitstellende Institution:
Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens
Datierung(en):
Mittelalter und Neuzeit
Notiz:
Für den sogenannten Glockenturm oder Hohen Turm ist der Baubeginn für 1413 überliefert. Er war auf die Fundamente der Stadtmauer des 12. Jahrhunderts aufgesetzt. Ursprünglich muss der Turm eine Höhe von rund 30 m besessen haben. Im 17. Jahrhundert erfolgte eine Nutzungsänderung zum Pulvermagazin. 1820 wurden zwei Stockwerke abgebrochen und der Turm zur Pulverkasematte umgebaut. Der endgültige Abbruch erfolgte um 1900 mit dem Bau der Zufahrtstraße auf den Petersberg.
Titel:
Bundesarbeitsgericht_Siedlung
Bereitstellende Institution:
Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens
Datierung(en):
Jungsteinzeit
Notiz:
Bei den ca. 70 Befunde einer jungsteinzeitlichen (bandkeramischen) Siedlung (Gruben und Teile von Hausgrundrissen) handelt es sich um Teile eines ausgedehnten Siedlungsareals, das bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bekannt war.
Titel:
Bundesarbeitsgericht_Hornwerk
Bereitstellende Institution:
Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens
Datierung(en):
Mittelalter und Neuzeit
Notiz:
Das Hornwerk, ein durch einen tiefen Graben geschütztes, inselartiges Plateau als westliche Vorbefestigung der Zitadelle Petersberg, wurde ab 1720 von dem kurmainzischen Baumeister Maximilian Welsch angelegt und ab 1873 im Zuge der Entfestigung Erfurts eingeebnet. Es wurden Reste der mächtigen Grabenmauern, eines Pulvermagazins und ein überwölbter Geschützgang freigelegt.
Beschreibung
Der Petersberg spielt für die Geschichte Erfurts eine zentrale Rolle. Im Vorfeld des Neubaus für das Bundesarbeitsgericht fanden 1996/97 archäologische Untersuchungen statt. Dabei wurden Teile einer jungsteinzeitlichen Siedlung ausgegraben.
Die älteste noch erhaltene bauliche Substanz findet man in der Peterskirche, die das einzige erhaltene Gebäude des gleichnamigen Klosters darstellt. In Vorbereitung der geplanten Neugestaltung des Petersbergplateaus fanden archäologische Voruntersuchungen statt, bei denen Häuser und Reste dieses Klosters freigelegt wurden. Sie sind heute nicht zu sehen.
Obwohl der Bau der Festungsanlage ab dem 17. Jahrhundert sehr umfangreiche Bodeneingriffe zur Folge hatte, konnten immer wieder mittelalterliche Siedlungsspuren nachgewiesen werden. Die ältesten sind Gräber des 9. Jahrhunderts. Archäologische Untersuchungen im Zuge von Kanalverlegungen im Straßenbereich vor Haus Nr. 12 brachten zudem mehrere Bestattungen, Teile von mittelalterlichen Häusern sowie zwei sehr fundreiche mittelalterliche Latrinenschächte zutage.
Ein weiterer sichtbarer Baurest ist die Leonhardskirche zwischen dem Landesamt für Denkmalpflege (Petersberg 12) und dem neu errichteten Infogebäude. Nach verschiedenen Umbauphasen fiel sie einem Bombenangriff im 2. Weltkrieg zum Opfer. Nach ihrer Freilegung Anfang der 1990er Jahre wurden die Mauerzüge ergänzt. Abgesehen von kleinen Voruntersuchungen fanden bisher keine archäologischen Untersuchungen in der Kirche statt.
Ein Teil der Stadtbefestigung ist am Zugang auf den Petersberg von der Biereyestraße aus zu sehen: Der sogenannte Glockenturm oder Hohe Turm, dessen Baubeginn für 1413 überliefert ist. Ursprünglich muss er eine Höhe von rund 30 m besessen haben. Der Abbruch erfolgte um 1900 mit dem Bau der Zufahrtstraße auf den Petersberg. Die Stadtmauer- und Turmfundamente wurden 2001 freigelegt und durch mit Steinen gefüllte Drahtkörbe andeutungsweise wieder aufgemauert.
Auf dem Gelände befand sich auch ein sogenanntes Hornwerk, ein durch einen tiefen Graben geschütztes, inselartiges Plateau, als westliche Vorbefestigung der Zitadelle Petersberg. Es wurde ab 1720 angelegt und im 19. Jahrhundert eingeebnet. Die Konturen des Hornwerks wurden bei der Gestaltung der Freifläche in Form eines Wasserbeckens aufgenommen.
Informationen zum Umbau des Petersbergplateaus und zu den mittelalterlichen Gebäuden und Abfallgruben können den Tafeln im Info-Zentrum auf dem Petersbergplateau entnommen werden.
Die älteste noch erhaltene bauliche Substanz findet man in der Peterskirche, die das einzige erhaltene Gebäude des gleichnamigen Klosters darstellt. In Vorbereitung der geplanten Neugestaltung des Petersbergplateaus fanden archäologische Voruntersuchungen statt, bei denen Häuser und Reste dieses Klosters freigelegt wurden. Sie sind heute nicht zu sehen.
Obwohl der Bau der Festungsanlage ab dem 17. Jahrhundert sehr umfangreiche Bodeneingriffe zur Folge hatte, konnten immer wieder mittelalterliche Siedlungsspuren nachgewiesen werden. Die ältesten sind Gräber des 9. Jahrhunderts. Archäologische Untersuchungen im Zuge von Kanalverlegungen im Straßenbereich vor Haus Nr. 12 brachten zudem mehrere Bestattungen, Teile von mittelalterlichen Häusern sowie zwei sehr fundreiche mittelalterliche Latrinenschächte zutage.
Ein weiterer sichtbarer Baurest ist die Leonhardskirche zwischen dem Landesamt für Denkmalpflege (Petersberg 12) und dem neu errichteten Infogebäude. Nach verschiedenen Umbauphasen fiel sie einem Bombenangriff im 2. Weltkrieg zum Opfer. Nach ihrer Freilegung Anfang der 1990er Jahre wurden die Mauerzüge ergänzt. Abgesehen von kleinen Voruntersuchungen fanden bisher keine archäologischen Untersuchungen in der Kirche statt.
Ein Teil der Stadtbefestigung ist am Zugang auf den Petersberg von der Biereyestraße aus zu sehen: Der sogenannte Glockenturm oder Hohe Turm, dessen Baubeginn für 1413 überliefert ist. Ursprünglich muss er eine Höhe von rund 30 m besessen haben. Der Abbruch erfolgte um 1900 mit dem Bau der Zufahrtstraße auf den Petersberg. Die Stadtmauer- und Turmfundamente wurden 2001 freigelegt und durch mit Steinen gefüllte Drahtkörbe andeutungsweise wieder aufgemauert.
Auf dem Gelände befand sich auch ein sogenanntes Hornwerk, ein durch einen tiefen Graben geschütztes, inselartiges Plateau, als westliche Vorbefestigung der Zitadelle Petersberg. Es wurde ab 1720 angelegt und im 19. Jahrhundert eingeebnet. Die Konturen des Hornwerks wurden bei der Gestaltung der Freifläche in Form eines Wasserbeckens aufgenommen.
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