Hinweis: Um die korrekte Darstellung der Seite zu erhalten, müssen Sie beim Drucken die Hintergrundgrafiken erlauben.

Grabhügel

Titel:
Grabhügel
Datierung(en):
Bereitstellende Institution:
Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens

Beschreibung

Der Durchmesser von Hügel I lag bei 7 m. Die Höhe betrug ehemals nicht mehr als 1,20 m. Er wurde von "Schatzsuchern" bereits 1869 mit einem Kesselschacht vom höchsten Punkt des Hügels aus geöffnet und dabei zum größten Teil zerstört. Diese Kesselung ist noch heute gut erkennbar und wurde auch bei Hügel II vorgenommen. Es ging den Grabräubern dabei um die Beigaben. Neben einem Keramikgefäß, Nadelholzpech, Teilen eines eisernen Hiebmessers und einem Bronzeblech mit der Abbildung eines Paarhufers waren es vor allem die Reste einer bronzenen Schnabelkanne, die Grab I aus der Borscher Aue einen festen Platz in der europäischen Forschung zu den frühen Kelten sicherten. Die Raubgräber beschädigten die ursprünglich vollständig als Beigabe in das Grab gelangte Kanne. Es sind nur Teile der Ausgusstülle und der tiergestaltige Henkel erhalten. Es ist das bisher einzige frühkeltische plastisch geformtes Metallerzeugnis Thüringens. Die Gesamthöhe beträgt 38 cm, der größte Durchmesser im Schulterbereich 23 cm und das Fassungsvermögen liegt bei ca. 5 Litern. Gefäße dieser Art sind Produkte frühkeltischen Handwerks nach etruskischen Vorbildern und kommen in ähnlicher Qualität vor allem in Süddeutschland und Frankreich in sogenannten Fürstengräbern vor. Mit dieser Kanne, deren Fertigung einem einheimischen Handwerker zugeschrieben wird, ist es möglich, den Beginn der Latènezeit in Thüringen etwa um 450 v. Chr. festzusetzen. Diese war in weiten Teilen Mitteleuropas die Blütephase der keltischen Kultur.
In Portal übernommen am:
2024-07-25T14:40:04+02:00